Archiv der Kategorie 'Antikap'

Unser Aufruf zum 1.Mai


Wir sind richtig sauer! Auf die Straße gegen den Normalzustand:

Deutschland 2017, noch immer werden täglich Flüchtlinge angegriffen und ihre Unterkünfte attackiert, gefühlt wöchentlich werden Waffenlager von durchgeballerten Reichsbürgern ausgenommen, sofern sie nicht vorher schon damit wild um sich geschossen haben, der AfD-Rechtsprofessor Ralph Weber fordert mal eben eine arische Leitkultur – ganz im Duktus der Nazis.
Und in Arnsdorf dürfen Rassisten scheinbar straffrei einen Flüchtling verprügeln und an einen Baum fesseln. Der Betroffene ist mittlerweile aus noch ungeklärten Gründen verstorben.
What the fuck?! Wir haben keinen Bock mehr der Scheiße tatenlos zuzusehen. Auch wenn die AfD mittlerweile wieder unter 10% liegt, geht der Wahnsinn weiter: Wer einmal das Internet öffnet und sich durch die Kommentarspalten des Landes klickt, merkt schnell, der Mob tobt weiter, der Rassismus zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. Und wenn der hiesigen extremen Rechten gerade nichts einfällt, dann zeigen sich CDU, CSU, SPD, und Grüne als willige Vollstrecker des „Volkswillen“. Hier mal eben das Asylrecht verschärft, da mal mit Nazis auf Kuschelkurs gehen.
Doch das ist nur eine Seite der verkrusteten Medaille, täglich treibt der kapitalistische Normalzustand tausende in den Wahnsinn. Wenn wir es durch den Leistungsmarathon – auch Schule genannt – schaffen, erwartet uns die Suche nach einer Wohnung. Zur Zeit nahezu unmöglich. Die Mieten steigen und steigen, gleichzeitig ist der Senat, (egal ob schwarz rot – oder rot-rot-grün) nicht gewollt Spekulantinnen, Briefkastenfirmen und Verdrängungsfetischisten in die Schranken zu weisen. Hier sei nur kurz die Cuvry-Brache genannt, die jetzt vom hippen Start-up Zalando gekauft werden soll.
Entscheiden wir uns, eine Ausbildung zu beginnen, so erwarten uns weiter Konkurrenzdruck, scheiß Arbeitsbedingungen zu niedrigen Löhnen und das ständige Rumgeschubse von nervigen Chefs.
Wenn wir probieren mit dem Rest an Geld unsere Freizeit zu gestalten, bleibt uns leider auch nicht mehr viel übrig. Kneipen müssen schicken Läden und Restaurants weichen, Grünflächen und Plätze an der Spree, werden für Büroräume Zubetoniert, alternative Projekte und Kiezläden werden ausgetauscht gegen Eigentumswohnungen und was den Konstrukteurinnen einer Stadt der Reichen noch so einfällt.
Gehen wir dann mal abends aus, ist es nicht nur unbezahlbar – wir müssen uns auch mit sexistischen Kommentaren, grapschenden Mackern und homophoben Vollidioten herumschlagen.

Doch das alles muss nicht sein! Schließen wir uns zusammen und rebellieren gegen die Gesamtscheiße. Allein machen sie dich ein – Komm zur Jugendantifa!

FRIEDEL54 SOLIPARTY, 25.03.17

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Soliparty zu Gunsten des Kiezladens „Friedel54″

★ Live:
☞ Stroi- & Roimfahrzeoige (Polit-Oi!)
☞Inspektor Lars (hiphop)

★ DJanes/Djs:
☞ F.v.U (irgendwo zwischen alltime favourites, träsh, 80er, 90er und 2000er)
☞ Trap de la tourette
☞ DJ Supafly (80er, 90er, trash)

Eintritt: 3-5 Euro

Wo: Kiezladen „Friedel54″, Friedelstraße 54, 12047 Berlin, Nähe U Hermannplatz

Wann: 25.03.2017, ab 22:00 Uhr


Hintergrund der Party:
Der Kiezladen Friedel54 ist akut räumungsbedroht. Nach mehr als 13 Jahren, in denen in Nord-Neukölln ein alternativer und selbstorganisierter Freiraum und Veranstaltungsraume geboten wurde, will eine Luxemburger Briefkastenfirma den Laden räumen lassen.
Die Kündigung erreichte den Laden, als die Investoren Wind von der Solidarität gegenüber den Bewohner_innen des Hauses bekamen, als diese kurz vor einer Zwangssanierung standen…
Wir laden Alle herzlich ein mit uns zu Feiern, Spaß zu haben und bei Trash, 80s & 90s mal ordentlich die Sau raus zu lassen.
Es gibt die übliche Bierkarte, Cocktails zum Solipreis und ein breites Angebot an alkfreien Getränken.

Auf dieser Tanzveranstaltung ist selbstverständlich kein Platz für Rassismus, Sexismus, Nationalismus und anderen Dingen, die Menschen die Laune verderben.

Infos zum Kiezladen: https://friedel54.noblogs.org/
Infos zur Party: https://www.facebook.com/antifaschistischelinkejugend.berlin/

Entschlossen, Radikal, Offensiv: Antifa!

Antifa Demonstration 26. November – Aufruf zur Demonstration in Gedenken an Silvio Meier und alle Opfer rechter Gewalt.

Vor 24 Jahren wurde der Antifaschist und Hausbesetzer Silvio Meier von einer Gruppe Neonazis durch mehrere Messerstiche getötet. Dieser Mord geschah in einer Zeit, in der Brandanschläge und Gewalttaten etliche Todesopfer forderten. Derzeit gibt es viele Parallelen zu dieser Zeit. Die Anzahl der Übergriffe auf Menschen die nicht ins rechte Weltbild passen, nimmt immer weiter zu. Brandanschläge auf Unterkünfte von Geflüchteten gehören zur Tagesordnung. In vielen Gebieten von Sachesen gehören rassistische und neonazistische Parolen zum „guten Ton“, sowie die sich haufenden Angriffe von Rechts. Mit der AfD hat sich eine offen rassistisch auftretende Partei bundesweit etabliert. Rassismus und soziale Ausgrenzung sind Teil des gesellschaftlichen Mainstreams geworden. Auch in der »Wohlfühlstadt« Berlin ist die Situation alles andere als rosig.

Berlin ist im bundesweiten Trend mit dabei, die AfD mit 14,2 % ins Abgeordnetenhaus eingezogen und durch die „Merkel muss weg“ Demos haben wir seit Anfang des Jahres den zweitgrößten bundesweiten neonazistischen Aufmarsch in Berlin. Gleichzeitig wird Berlin immer öfters von spontanen neonazistischen Aktionen heimgesucht, hier seien nur die Aktionen der Identitären Bewegung, die Angriffe von Neonazis in der Rigaer Str. sowie auf die Geflüchtetenunterkünfte, wie in Marzahn-Hellersdorf, Buch oder Karlshorst, und der sogenannte „S-Bahnpisser“ erwähnt.

Es ist an der Zeit, dass die antifaschistische Bewegung wieder in die Offensive kommt. Lasst uns gemeinsam und entschlossen Rassismus und sozialer Ausgrenzung den Kampf ansagen! Organisiert euch! Bildet Banden! Erinnern heißt Kämpfen, Antifa heißt Angriff! Berlin bleibt Gefahrengebiet!

Demo: 26.11.2016 | 17 Uhr | U5-Samariterstr
Silvio Meier Mahnwache: 21.11.2016 | 17uhr | im U Bhf Samariterstraße

Samstag: Blockupy-Demo in Berlin

»Grenzenlos solidarisch – für eine Demokratie von unten!« unter diesem Motto mobilisiert Blockupy Berlin zu einer Demonstration am 17. Mai 2014 nach Berlin. Kraftvoll und aktivistisch soll der Geist von Blockupy in die Hauptstadt getragen werden. Auftakt ist am Oranienplatz, der in den letzten Jahren zum Symbol des Widerstandes gegen die rassistische und tödliche Flüchtlingspolitik wurde. U.a. wird der Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow auftreten. Die Demonstration ist zeitgleich Startpunkt für einen Teil des Marsches nach Brüssel (March for Freedom) der Geflüchteten.
Infos: blockupy.org | Blockupy Berlin | mayofsolidarity.org | Blockupy lokal

Samstag | 17. Mai 2014 | ab 12 Uhr | Oranienplatz
Aftershowparty: 22 Uhr, Kinzigstr. 9, 10245 Berlin, U-Samariterstr.

„Ich wünsche dir interessante Zeiten!“

Obiges Zitat ist angeblich ein traditioneller chinesischer Fluch; die Mächtigen weltweit wissen seit einigen Jahren vermutlich ziemlich genau, wie das gemeint ist. Aufstände, Revolutionen, Massenproteste, wie sie in den satten und zufriedenen 1990er Jahren noch die Ausnahme waren, bestimmen mittlerweile fast im Monatsrhythmus die Schlagzeilen. Die Massenproteste gegen die neoliberal-islamistische Regierung von Tayyip Erdogan in der Türkei sind noch nicht vorbei, da erreichen die Nachrichten von Hunderttausenden Demonstrant_innen in Sao Paolo, Rio de Janeiro und anderen brasilianischen Städten die erstaunten Europäer_innen.

Der Kapitalismus hat offenbar im Jahr 22 seiner globalen Ausbreitung zunehmende Schwierigkeiten, seine die Gesellschaft zusammenhaltenden Heilsversprechen zu erfüllen. Die tiefer liegenden Ursachen, seien es in Tunesien, der Türkei oder eben jetzt Brasilien, sind immer die gleichen: eine – meist jugendliche – Schicht von Menschen, die zwar gut gebildet, für die Verwertungsprozesse im globalen Kapitalismus aber schlicht überflüssig ist. Da genügt dann schon ein kleiner Auslöser, wie die brutale Räumung eines Stadtparks, um eine landesweite Rebellion auszulösen. Und die Einschläge kommen näher. Bis 2011, bis zum „Arabischen Frühling“, fanden derartige Revolten weit entfernt statt, in Ländern wie Madagaskar, Kenya oder Haiti. Und wirtschaftlich gesehen, sind auch Länder wie Ägypten oder Tunesien, die Epizentren der Revolutionen in der arabischen Welt, wahre Zwerge: das Bruttoinlandsprodukt Tunesiens etwa beträgt nicht einmal 1,3% von dem der Bundesrepublik.

Mit der Türkei und Brasilien geraten nun erstmals Länder in den Fokus, die in den vergangenen Jahren stets für ihr Wirtschaftswachstum gelobt wurden, die sich teilweise schon selbst als zukünftige ökonomische Weltmacht gesehen haben – kurzum, in denen die Aufstiegschancen für die „überflüssigen“ Jungen eigentlich gut sein müssten. Nun stellt sich heraus, dass der „Erfolg“ auf tönernen Füßen steht: in der Türkei ist es v.a. ein Immobilien- und Tourismusboom, der das Wirtschaftswachstum befeuert(e?). Die Parallelen zum mit billigen Krediten zubetonierten Spanien sind stellenweise offensichtlich. In Brasilien gibt es zwar die Glitzerwelt der Copacabana, der Hochhausviertel und Luxusautos, die aktuell auch im Zuge der Fußballturniere Confed-Cup und FIFA-WM der Herren nach außen präsentiert werden soll, aber eben auch das Elend der Favelas, die grassierende Umweltzerstörung im Amazonas-Becken und eine soziale Spaltung, die das Land mittlerweile auch physisch genauso teilt wie die Berliner Mauer früher Kreuzberg und Friedrichshain. Mauer, Stacheldraht und bewaffnete Wächter der Reichenviertel inklusive.

Wirklich in Schwierigkeiten dürfte das globale Wirtschaftssystem aber kommen, wenn sich derartige Proteste in der Volksrepublik China entwickeln. Wie wirksam das dort zwischen Zivilgesellschaft und Regierung nach 1989 informell geschlossene „Abkommen“ – ihr dürft so reich werden, wie ihr wollt, dafür belästigt ihr uns nicht mit Forderungen nach politischer Mitbestimmung – tatsächlich ist, zeigte sich 2009: in dem Jahr, als auch China trotz Konjunkturprogramme von der Wirtschaftskrise voll erwischt wurde, gab es mehr als 50 000 Fälle von so genanntem „Aufruhr“. Im Klartext: mehr als 50 000 wilde Streiks, Fabrikbesetzungen, (natürlich illegale) Demonstrationen. Wenn sich für die aufstrebende chinesische Mittelschicht das Versprechen vom Wohlstand unter KP-/Militärherrschaft nicht länger halten lässt, wird es auch dort zu massiven Unmutsbekundungen kommen. Die Folgen dürften nicht nur für China „interessant“ sein.

Let’s show a dead system how to die! Kapitalismus in die Tonne treten!