Die Liebig34 ist ein seit vielen Jahren besetztes Haus, sozialer Treffpunkt und ein Safe Space für FLINTA* Personen abseits vom kapitalistisch und patriarchal geprägten Alltag. Wir sind junge Menschen aus Berlin und in solch einer Gesellschaft aufgewachsen. Die Liebig34 schafft für uns einen Freiraum der ein alternatives Miteinander ermöglicht und in dem sich Menschen offen begegnen können.
Für uns ist dieser Raum wichtig und wertvoll, wo es ein Bewusstsein von diskriminierungsfreien Praxen, wie Sprache und Haltung gibt und wo auf das Wohlbefinden Aller geachtet wird. Wir fühlen uns mit dem Ort und den Menschen dort verbunden, weil wir uns dort austauschen und gemeinsam Ideen und Projekte kreativ umsetzen können. Für uns ist die Liebig34 nicht nur ein schöner Ort an dem wir uns wohlfühlen, sondern auch ein inspirierendes Vorbild, das uns zeigt, wie anarcha-queer-feministisches Zusammenleben aussehen kann und das es möglich ist. Das macht die Liebig 34 für uns zu einem besonderen Ort, der in seiner Art einzigartig ist.

Am 09.10.2020 wurde die Liebig34 von 1500 Polizist*innen brutal geräumt. Es tat uns weh mit anzusehen, wie gewaltvoll und respektlos ein so besonderer und für uns wichtiger Ort zerstört wurde. Für uns ist es immer wieder überwältigend zu spüren, wie viel Macht der Staat und der Kapitalismus haben und wie schnell und gewaltvoll sie ausgeübt werden kann um unsere Freiräume zu zerstören. Denn die Liebig34 ist dabei nicht der einzig betroffene Ort. Bei uns hinterlässt das ein Gefühl von Machtlosigkeit, Intoleranz unseren Bedürfnissen gegenüber und vor allem Wut. Wir haben das Gefühl, mit unseren Ideen, Vorstellungen und Ideologien aus dem patriarchalen, kapitalistischen System verdrängt und nicht akzeptiert zu werden.

Wir wünschen uns mehr autonome Freiräume wie die Liebig34, mehr Alternativen zur patriarchal und kapitalistisch geprägten Gesellschaft in der wir leben. Freiräume, in denen wir uns mit Gleichgesinnten austauschen, Eigeninitiativen auf die Beine stellen, Kraft tanken und uns frei entfalten können. Und wir wünschen uns Safer Spaces für Menschen die in keine gesellschaftliche Norm passen und von struktureller und institutioneller Diskriminierung betroffen sind.
Wir möchten selbstbestimmt und solidarisch miteinander leben und dafür brauchen wir Räume, Räume wie die Liebig34.


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