Archiv für Oktober 2012

20 Jahre Silvio Meier!

In diesem Jahr jährt sich zum zwanzigsten mal der Mord an Silvio Meier – im folgenden findet ihr den Jugendaufruf von ALJ und AJAK

Vor 20 Jahren, am 20.11.1992, wurde Silvio Meier auf dem U-Bhanhof Samariterstraße von Nazis ermordet. Nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe Antifas, der Silvio angehörte, und mehreren Nazis, wurde er im Laufe des Abends von einem Nazi erstochen. Bereits als Einzeltat ist dieser Vorfall erschreckend, tatsächlich handelt es sich aber nicht um eine Ausnahme, denn schon im August 1992 zündeten Nazis mit Unterstützung weiter Teile der Bevölkerung ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen bewohntes Haus in Rostock-Lichtenhagen an. Wenige Tage später wurde auch in Cottbus im Stadtteil Sachsendorf von mehreren hundert Menschen versucht ein Asylbewerber*innenwohnheim anzuzünden. Weitere ähnliche Vorfälle in Hoyerswerda (1991), Mannheim, Mölln (beide auch 1992) und Solingen (1993) verstärken das Bild von einer politisch gefährlichen Zeit für Menschen, die nicht in das beschränkte Weltbild der Nazis passen. Lange her?
Auch heute sind Übergriffe von Nazis überall – auch in Berlin – schrecklicher Alltag. Angriffe auf Menschen, ständige rassistische Anmachen und sogar Brandanschläge auf linke Einrichtungen kennt jede*r aus persönlicher Erfahrung oder aus Berichten.
In dem Kiez rund um die Brückenstraße in Schöneweide befindet sich beispielsweise ein Zentrum von Nazi-Aktivitäten in Berlin. Neben vielen von Nazis betriebenen Läden sind dort auch der Waffenladen „Hexogen“ und die Kneipe „Zum Henker“ zu finden, welche als Treffpunkt der Berliner Szene gilt. Wer dort aktiv gegen Nazis arbeitet, muss mit ihrer handgreiflichen Gegenwehr rechnen. Auch in anderen Teilen Berlins, wie zum Beispiel dem Antonplatz in Weißensee oder der Lückstraße in Lichtenberg, sind Nazis eine Bedrohung.
Im letzten Jahr kam es bundesweit zu 12381 registrierten rechten Straftaten von Hakenkreuzschmierereien bis hin zu Mordanschlägen. Diese Zahl verdeutlicht, dass es sich um kein lokales Problem von irgendwelchen kleinen Nestern handelt, sondern, dass Nazis überall ein Problem sind. Rassistisches Denken ist jedoch nicht nur bei Nazis, sondern bei Politiker*innen und großen Teilen der Bevölkerung zu finden. Sarrazin und Buschkowski verbreiten ihre rassistische und ausgrenzende Hetze in Talkshows und Büchern, mit denen sie dann sogar noch auf den Bestsellerlisten landen.
Rassistische Übergriffe werden verharmlost und totgeschwiegen, antifaschistische Arbeit wird vom Staat kriminalisiert und behindert.
Im neuen Abschiebeknast des Willy-Brandt-Flughafens werden Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt und im Schnellverfahren abgeschoben werden. Dabei wird keine Rücksicht auf ihre Lebenssituation oder auf die ihnen eventuell drohende Gefahr genommen. Interessant ist, dass der Abschiebeknast zu den wenigen Dingen gehört, die am neuen Flughafen BER fertig geworden sind. Trotzdem gibt es Menschen, die sich erfolgreich gegen Nazis und Rassismus zu Wehr setzen!
Der Nazi-Aufmarsch in Dresden schrumpfte durch jährlich wiederkehrende erfolgreiche Blockaden von dem größten Nazi-Aufmarsch Europas zu einem lächerlichen Haufen frierender Vollidioten.
Aktionen wie der Marsch der Flüchtlinge, Aktionen in „Nazibezirken“ von alternativen Freizeitgestaltungsangeboten bis zu Stadtspaziergängen, die breite Informierung der Bevölkerung über aktuelle Ereignisse und historische Verklärung, die „Verschönerung“ von Nazi-Läden, die Gründung von antifaschistischen Gruppen und Bündnissen oder Bennenung der Silvio-Meier-Straße sind nur einige Ergebnisse, die diese Aktionen in letzter Zeit vermelden konnten. Die Silvio-Meier-Demo zeigt seit 20 Jahren, dass wir Übergriffe von Nazis nicht vergessen und sie bekämpfen, wo sie auftauchen.

Werde aktiv, komm zur Silvio-Meier-Demo am 24. November um 15 Uhr!

Besuche uns in der Antifabrik (jeden Samstag ab 21h in der Schreinerstr. 47)!
Antifaschistische Jugendaktion Kreuzberg [AJAK]:

komm zum Antifa Tresen (jeden ersten Samstag im Monat im Bandito Rosso. Lottumstrasse 10a)

Komm zur Jugendantifa und zeig den Nazis, dass sie mit ihrer Hetze immer auf unseren Widerstand stoßen werden!


| Silvio Meier Demo | 24. November | 15uhr U Bhf. Samariterstraße |

Protestmarsch von Flüchtlingen

Flüchtlinge in Deutschland und linke Aktivisten demonstrieren zur Zeit mit einem Protestmarsch gegen staatlichen Rassismus und Diskriminierung. Die Route des Marsches führt von Bayern über Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg bis nach Berlin. Am 3.10.2012 wird die Demonstration in Berlin erwartet. Für die Flüchtlinge ist der Protestmarsch auch ein „unüberhörbares Signal gegen Faschismus in jeglichem Gewand und in jedem Land, vor allem aber ist er ein Signal für die Freiheit“.

Samstag, 13.10.2012 | Refugee-Protest-Demo in Berlin

Demo | 15 Uhr | Oranienplatz | Berlin-Kreuzberg