Archiv für April 2012

Die Krise beenden? Kapitalismus abschaffen!

Wie kann das System in der Krise sein, wenn es selbst die Krise ist?

börse

Überall umgibt uns die Krise: Euro-Krise, Wirtschaftskrise, Krisenpolitik… unsere Krise, eure Krise, fragst du dich? „Für mich ist doch schon jeder Gang zur Schule oder zur Arbeit Krise genug!“.Und damit hast du garnicht mal so falsch gedacht, denn das hat durchaus damit zutun.
Dir ist wahrscheinlich auch schon mal aufgefallen, dass das deutsche Bildungssystem nicht darauf ausgerichtet ist, Menschen in gleicher Weise Bildung zukommen zu lassen, die in ihrem Interesse sinnvoll ist/scheint, sondern sie vielmehr auf Leistung, Anpassung also ein Leben in der kapitalistischen Leistungsgesellschaft vorbereitet. Nicht was dir wichtig erscheint und dich interessiert wird dir beigebracht – sondern wie du dich am besten auf dem Arbeitsmarkt verkaufst, die Konkurrenz ausstichst, dich und deine Interessen für Geld zurückstellst.
Das fängt schon nach der Grundschule an: integrierte Sekundarschulen oder Gymnasien sind die Schubladen in die du gesteckt wirst, und die dein weiteres Leben nachhaltig mitbestimmen. Doch damit nicht genug; du musst dich mit Eltern, geringem Einkommen, dass du in „der falschen Gegend“ und/oder nicht in Deutschland aufgewachsen bist, Probleme mit autoritären Lehrer_innen und als Krönung des Ganzen auch noch mit unterfinanzierten, schlecht ausgestatteten Schulen herumplagen. Aber selbst wenn du es mit guten Noten von der Schule schaffst und dich gut verwertbar für den Arbeitsmarkt machst, wird es nicht besser: Mangel an Ausbildungs- und Studienplätzen, prekäre Lebenssituation durch Minijobs, Kampf auf dem Arbeitsmarkt…wenn du nicht anderen Menschen konkurrierend gegenübertrittst, hast du verloren. Dass du deine Arbeitskraft gegen Geld tauschen musst ist dabei nichts Natürliches, sondern liegt daran, dass die Mittel zur Produktion (Fabriken, Rohstoffe, Maschinen usw.) einigen wenigen gehören, die damit Waren produzieren.Nicht damit alle was davon haben , sondern für Profite. Angetrieben durch den Zwang des Konkurrenzkampfes , muss der Profit immer weiter investiert werden.Dieses „Verwertungssystem“, dieser Scheiß-Kapitalismus beeinflusst das gesamte gesellschaftliche Leben.

Und in der Krise, die ein fester Bestandteil dessen ist, verschlimmert sich das ganze nochmal: Sozial- und Bildungsausgaben werden gekürzt, Spar- und Rettungspakete geschnürt um die Privatschulden von Konzernen aufzufangen und deren Profite abzusichern, das ganze auf dem Rücken der Mehrheit der Menschen. Deutschland führt Kriege aus wirtschaftlichem Interesse und schiebt Menschen ab die wirtschaftlich „nicht verwertbar“ sind, aus Ländern, die von Deutschland ihrer Ressourcen beraubt werden. Durch und innerhalb der autoritären Krisenpolitik der EU-Staaten konnte Deutschland seine Machtposition stärken. Aber nicht, dass du etwas davon hättest: auch in Deutschland zeigen sich die Auswirkungen der Krise, Leiharbeit nimmt zu, der Zwang, Profit zu machen wird noch stärker. Es werden Häuser geräumt und Bezirke aufgewertet, weil es mehr Profit verspricht als ein selbstbestimmtes Leben, als Tacheles und Schokoladen oder dein Lieblingsstrand an der Spree. Verantwortlich für die vielseitigen Missstände sollen jedoch andere sein: Muslime, Migranten und Sozialhilfeempfänger seien das Problem, verkünden Sarrazin, Seehofer und Co. Der Einfluss von rechtspopulistischen Parteien und Gruppierungen nimmt durch die soziale Unsicherheit europaweit zu.

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Rechtspopulisten der „English Defence League“ tragen ihre Argumente gegen fundamentalistische Muslime vor

Aber gegen die ganze Scheiße regt sich auch Widerstand: in Nordafrika begehren Menschen gegen ihre Machthaber auf: Libyen oder Syrien, mit denen Deutschland noch vorher (Waffen-)Handel trieb, werden plötzlich als Unterdrücker der eigenen Bevölkerung wahrgenommen, wo sie doch zuvor noch „wirtschaftliche Stabilität“ und Hilfe im Kampf gegen „den Terrorismus“ garantierten. In Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, England, Frankreich und den USA protestieren die Menschen gegen den Kapitalismus und die ihm innewohnende Zerstörungskraft. Dabei schlägt die Staatsgewalt überall mit großer Härte zurück, ob Frankfurt, New York oder Madrid- die Hooligans in Uniform sollen die herrschenden Verhältnisse mit Gewalt aufrechterhalten.

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Die Medien hingegen stürzen sich auf „die Chaoten“ , die den Protest „überschatten“, vor denen die Polizei schützt. Diese beschützt jedoch nur die Gewalt die von EZB, IWF, Troika und EU durch die radikalen Sparmaßnahmen ausgeht, die parlamentarische „Demokratie“ und die „soziale“ Marktwirtschaft. Auch in Berlin und gerade am 1.Mai zeigt sich das immer wieder.
Apropos Widerstand: Bewegungen wie Occupy und das Konzept von basisdemokratisch organisierten Platzbesetzungen verbreiten sich. In der Mehrheit wird jedoch von diesen meist nur eine Kritik an gierigen Bankern, Spekulanten und der Finanzwirtschaft laut. Zwar ist es richtig, dass Banken und das Finanzkapital viel Macht haben, jedoch kann man nicht einzelne oder nur „die Spekulanten“ für die ganze Misere verantwortlich machen. Wer in der Finanzwelt arbeitet, unterliegt auch nur dem Zwang des Profits und befolgt seine Logik, erfüllt seine ökonomische Rolle. Das Problem liegt eben nicht bei einzelnen „Auswüchsen“ des Kapitalismus, das Problem ist der Kapitalismus, und deswegen ist eine radikale antikapitalistische Kritik notwendig. Das soll nicht dazu anregen sich von solchen Bewegungen zu distanzieren, sondern im Gegenteil sich mit der eigenen Kritik einzubringen und gemeinsam nach einer echten Lösung, nach einer Alternative zu suchen.Denn eins ist klar: Mit einem System weiterzumachen, das immer weiter Krisen, Kriege, Armut, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Hunger und Vernichtung von Umwelt und Ressourcen schafft,wäre fatal.

Eine andere Welt schaffen, in der es all das nicht gibt, ist keine Träumerei, sondern die einzige wirkliche Alternative!

Deswegen komm und geh dafür mit uns am 1. Mai auf die Straße!

Für die soziale Revolution und das schöne Leben!

Antifaschistische Linke Jugend – [ALJ]

25 jahre

18 UHR – LAUSITZER PLATZ – KREUZBERG
ErmittlungsAusschuss: (030) 69 222 22
ALKOHOL/DROGEN BITTE ZUHAUSE LASSEN!
BRING YOUR FAMILY,FRIENDS, CREW- BILDET BEZUGSGRUPPEN!
http://erstermai.nostate.net

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