Archiv für August 2011

Mietenstopp! – Demo am 3.9.

Die Mieten in Berlin steigen und steigen – allein in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 13% in Innenstadtlagen, wie die taz schreibt. Kurz vor den Wahlen versprechen alle Parteien Abhilfe, dabei ist längst klar, dass sie die Misere mitverursachen. Ein breites Bündnis aus Stadtteilinitiativen, Mieter_innenbündnissen und antikapitalistischen Gruppen ruft daher für kommenden Samstag zu einer Großdemonstration auf. Wir wollen dem Berliner Senat zeigen, dass wir die Schnauze voll haben von einer Stadtentwicklung, die Berlin vor allem als Marke präsentieren soll, um in der globalen Konkurrenz um Investoren und Großprojekte zu bestehen. Wir lassen uns die Vertreibung aus unseren Wohnungen und Kiezen nicht mehr bieten, wir wollen uns keine Sorgen mehr machen müssen, wie wir nächsten Monat die Miete aufbringen und danach noch wenigstens ein kleines Bisschen vom schönen Leben mitkriegen können.

Daher: am 3.9. raus auf die Straße, Beginn der Demonstration ist um 14 Uhr am Hermannplatz.

parteien

Ein kleiner Gedanke zu den Riots in England

Gefunden auf dem Blog der Roten Flora:

Nimm eine Gesellschaft, in der Geld der einzige Weg ist, um voranzukommen. Nimm eine Gesellschaft, in der das reichste Prozent der Bevölkerung 20 Prozent des Reichtums besitzt, und die ärmsten 50 Prozent nur sieben Prozent. Du nimmst der Jugend die Beihilfe weg, so daß sie nicht mehr aufs College kann. Du sagst ihnen, daß sie 30000 Pfund Schulden für einen Universitätsabschluß machen müssen, der ihnen nicht mal einen Job garantiert. Du kürzt lokale öffentliche Dienstleistungen und streichst die Jobs ihrer Eltern. Du kriminalisierst sie dafür, daß sie sich in Gruppen zusammentun und nennst es antisozial. Und wenn sie dann aus den Vierteln herauskommen, in die du sie eingesperrt hast, um sich auf Straßen, die ihnen von der Polizei verweigert werden, aus Läden, die ihnen den Eintritt verweigern, die Waren zu holen, die sie sich nicht leisten können, dann ist alles was du sagst: Das ist reine Kriminalität.

Das englische – und ausführlichere – Original gibt es hier zu lesen.

NPD-Kundgebung in Neukölln – Freitag, 19.8.

Die NPD will einmal mehr eine Kundgebung veranstalten. Dieses Mal in Berlin-Neukölln, genauer: am Hertzbergplatz in der Nähe des S-Bahnhofs Sonnenallee. Laut Kundgebungsmotto haben sich die Nazis die Riots in England zum Anlass genommen, um gegen „Multikulti-Randale“ zu demonstrieren. Das Motto, aber auch schon die reine Präsenz der Nazis stellen eine Provokation dar – in einem Bezirk, in dem Menschen aus mehr als 150 Ländern zusammenleben. Gleichzeitig hat die NPD natürlich erkannt, dass sie mit diesem Thema an die so genannte Mitte der Gesellschaft anschlussfähig ist. Immerhin konstatierte Angela Merkel schon vor Monaten „Multikulti ist gescheitert“, zu begeistertem Applaus ihrer Partei und der nahestehenden Medien.

Wir sagen: Rassist_innen und Nazis haben weder in Neukölln noch anderswo auch nur das geringste zu suchen! Und das werden wir die Nazis am Freitagabend auch hören, sehen und spüren lassen!

Gegenprotest gegen NPD-Kundgebung: Freitag, 19.8., ab 17 Uhr – Sonnenallee/Ecke Hertzbergstraße

Achtet auf Ankündigungen auf antifa.de oder auf antifa-neukoelln.de.vu!

+++Update: wie die Autonome Neuköllner Antifa auf ihrer Internetseite bekannt gibt, hat die NPD ihre Anmeldung zurückgezogen.+++

neukoelln